«Einfach das Leben geniessen»

mauro im Frühling

Dieses Interview ist am 11.09.2026 in der Maurmer Post erschienen und wurde von Stephanie Kamm geführt.

Wolfi Wermelinger ist pensioniert und einer der freiwilligen Fahrer von mybuxi. Er engagiert sich gerne für Menschen, damit sie mobil bleiben. Und er liebt Ausflüge mit seinem Motorrad über die Pässe der Schweiz und ins nahe Ausland.

So starte ich in den Tag:
Ich starte meine Kaffeemaschine und trinke zuerst mal einen Kaffee. Dazu geniesse ich die Aussicht auf den See oder ich beobachte Rehe oder Füchse, die ich in der Dämmerung immer mal wieder entdecke. Dann startet mein Tag. Entweder fahre ich mybuxi, erledige Hausarbeiten oder ich fröne meinem Hobby, dem Töfffahren. Ich besitze zwei, einen Roller und eine 750er-Strassenmaschine von Kawasaki.

So sieht meine Arbeit als mybuxi-Fahrer aus:
Wir Fahrer sind in vier verschiedene Schichten eingeteilt. Habe ich die Frühschicht, dann starte ich um 7 Uhr bei der Bahnstation Forch. Meistens nehme ich für den Weg meinen Roller. Zuerst hänge ich das mybuxi vom Strom ab, dann starte ich alle Geräte und schaue, ob Bestellungen da sind. Meistens kommen die ersten Passagiere um 7.30 Uhr, dann geht es los. Bei den Bestellungen entscheide ich, in welcher Reihenfolge ich die Fahrgäste abhole und was sinnvoll ist, ich mache möglichst wenig Leerfahrten.

Das schätze ich an meinem Engagement:
Dass ich mich in einem sozialen Bereich freiwillig für Menschen engagiere. Dies gibt vor allem älteren Personen die Möglichkeit, sich in unserer Gemeinde problemlos zu bewegen, und so fahre ich sie zur Therapie, zum Coiffeur, in die Bibliothek oder auch ins Restaurant und hole sie später wieder ab. Mittlerweile haben wir verschiedenste Stammkunden, die mybuxi rege nutzen. Auch jüngere Menschen fahren mit mybuxi, so sind sie flexibel und nicht auf den ÖV-Fahrplan oder das Auto angewiesen.

Das liegt mir besonders am Herzen:
Dass dank mybuxi sich vor allem ältere Menschen wieder treffen können und mobiler sind. Denn etliche Gebiete in unserer Gemeinde liegen fern der öffentlichen Bushaltestellen, so zum Beispiel Stuhlen oder der obere und untere Teil von Ebmatingen und einige mehr. Wir verbinden abgelegenere Orte und bieten so eine Flexibilität für alle Bewohner von Maur.

Lieber Leser und liebe Leserin, kommt doch im Dezember an die Gemeindeversammlung, dann wird übers mybuxi abgestimmt, denn die zweijährige Versuchsphase endet sonst im Juni 2027.

Mein Traumberuf als Kind war:
Lokiführer! Züge interessierten mich immer schon, aber nur alte Lokomotiven, keine mit Dampf. Ich hatte auch eine schöne Modelleisenbahn, aber aus Platzgründen habe ich nur noch die Züge behalten. Mein Schwiegersohn ist Lokiführer, ich durfte ihn schon ein paarmal im Führerstand begleiten!

Diese Person bewundere ich:
Meinen Vater! Er hat mir sehr viel gegeben und Gelassenheit und positive Eigenschaften vermittelt. Ich identifiziere mich stark mit meinem Vater und bin ihm ähnlich.

Darauf könnte ich im Alltag nicht verzichten:
Meinen Kaffee am Morgen, der muss sein. Und ich liebe es, zu reisen und neues zu entdecken. Aber ich bin mit wenig zufrieden und brauche keinen Luxus.

Wichtiger als Geld ist …
Meine Partnerschaft, meine Familie und die ganze Verwandtschaft, denn wir verstehen uns alle sehr gut, das ist wunderbar. Diese Menschen liegen mir sehr am Herzen. Und ganz wichtig ist eine gute Gesundheit.

Am Feierabend freue ich mich auf:
Gemütlich zusammen sitzen, reden, etwas essen und zur Feier des Tages noch ein Bierli, das geniesse ich sehr. Und natürlich auch meine Kollegen zu treffen.

Diesen Traum möchte ich mir noch erfüllen:
Ein gutes restliches Leben mit schönen Momenten und Spasshaben, das wünsche ich mir. Einfach das Leben geniessen und machen, was mir Freude bereitet. Meine Partnerin und ich reisen sehr gerne zusammen. Mein grosses Ziel ist es, den asiatischen Teil der Welt zu entdecken, Kuala Lumpur, Singapur und Vietnam reizen mich sehr.

Was gefällt Ihnen besonders an Maur?
Ich liebe diese Gegend. Man ist schnell in der Stadt oder in einem grossen Einkaufszentrum, und den See mag ich sehr. Ich liebe das Ländliche, es ist sehr angenehm hier zu leben.

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