Wie mybuxi entstanden ist

Warum mybuxi?

Was ist heute mit Personen, die kein Auto besitzen wollen oder können? Etwa die Hälfte der Schweizer Bevölkerung lebt in Gemeinden mit 100-12’000 Einwohnern mit einer geringen oder zumindest reduzierten Verfügbarkeit von Mobilitätsangeboten. Häufig spielen Familienmitglieder für Menschen, die nicht selber mobil sein können in diesen Gemeinden Fahrdienst. Sie bringen den Grossvater zum Friseur oder fahren die Tochter ins Fussballtraining. 

Wir ermöglichen Menschen eigenständig mobil zu sein, ohne Auto. 

Dabei vereinen wir die drei Themen Mobilität, neue Technologie und Nachhaltigkeit in kleinen Gemeinden, auf dem Land und in den Alpen.

Vergleich Mobilität Stadt - Land DE
Die Idee
Die Idee für mybuxi entstand im Januar 2018 im Rahmen des im ersten Mobilitäts-Meetup der open innovation Plattform: «innolab smart mobility». Die Frage war: «Warum ist der öffentliche Verkehr in Zeiten des «on demand» immer noch angebotsorientiert?»
Nur, ist das eine wirklich relevante Frage? In den Schweizer Städten: nein. Dichte Tram-, Bus- und S-Bahnnetze sowie Taxis decken die Bedürfnisse rund um die Uhr ab. Anders sieht es auf dem Land aus.
Das haben wir schnell selbst erfahren: ein Treffen mit den Gemeindevertretern von zwei interessierten Gemeinden, Höchstetten und Hellsau, musste nach Herzogenbuchsee verlegt werden, weil es keine Verbindung in diese, 30 km nördlich von Bern gelegenen Dörfern gab. 
Also, das Bedürfnis existiert real. Ein Anruf eines Vertreters eines katalanischen Startups namens Shotl ein paar Wochen später brachte uns näher an einen Versuch: damit hatten wir eine Lösung.
 
Die Finanzierung
Als nächstes ging es an die Beschaffung der finanziellen Mittel für einen Pilotversuch. Das innolab hatte noch keine eigenen Mittel. Daher haben wir einen Antrag bei der «Koordinationsstelle für nachhaltige Mobilität» (KOMO) des eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) gestellt, mit den Gemeinden Herzogenbuchsee und Ostermundigen als Partner.
Der Antrag wurde im Juni 2018 für drei Pilotregionen bewilligt. Nun musste noch der Rest der Finanzierung gesichert werden: der Förderfonds Engagement Migros wurde auf unser Projekt aufmerksam und unser Innovationspartner – nicht nur mit Geld, sondern mit ihrer Erfahrung und ihrem Netzwerk wurden sie für uns zu einem «Gold-Partner». Der Kanton Bern unterstützt das Projekt ebenfalls, mit der Auflage, dass drei Perimeter im Kanton Bern liegen müssen. 
Mobilitäts-Meetup
Die Pionierregion

Parallel zur Finanzierung startete die Arbeit mit Herzogenbuchsee für unseren ersten Pilotperimeter. In wenigen Wochen im Herbst 2018 wurden die nötigen Entscheide in der Gemeinde abgeholt und im November 2018 der Verein «EBuxi» gegründet. Die Nachbargemeinde Niederönz entschied sich für eine Teilnahme. Der lokale Energieversorger EWK übernahm die Kosten für die Fahrzeuge. Die Rekrutierung der FahrerInnen und Fahrer begann, dann das Einrichten des IT-Systems, das Training der FahrerInnen und am 27. April 2019 fand das Eröffnungsfest statt.

Die Herausforderungen

Elektromobilität im ländlichen Raum ist nicht so einfach: es gibt kaum Ladestationen dort. Daher haben wir selbst zwei gebaut: eine am Bahnhof, wo der einzige physische mybuxi-Haltepunkt liegt, und eine in der Garage.

Batterie-Autos sind nicht optimal für unseren Einsatz: wir fahren 18-19 Stunden am Tag, und längere Ladezeiten während des Betriebs liegen nicht drin. Für mybuxi wären Wasserstoffbrennstoffzellen-Autos, die in wenigen Minuten betankt werden können, besser geeignet. Aber wo sind die Fahrzeuge und die H2-Tankstellen?

Das Fazit

Die Frage war: gibt es ein echtes Bedürfnis nach «nachfragegesteuerten Mobilitätsangeboten» auf dem Land? In Herzogenbuchsee ist Die Antwort: Ja. In den ersten 10 Monaten wurden über 21’000 Personen transportiert. Seit dem 24. Februar 2020 ist ein zweites Fahrzeug im Einsatz. Und von allen umliegenden Gemeinden lagen und liegen Anfragen vor, ob und wann der Service auf ihr Gebiet ausgeweitet werden kann. 

Die Gemeinden in unseren Betriebsgebieten haben für einen Bruchteil der Kosten eines Ortsbusses ein besseres Angebot erhalten: die durchschnittliche Warte- und Fahrzeit ist deutlich geringer als bei einem liniengeführten Ortsbus und das Angebot umspannt 18-19 Stunden, 7 Tage die Woche.

Wenn Sie mybuxi in Ihrer Region haben wollen: wir freuen uns sehr über Ihre Kontaktaufnahme.