Dieser Artikel ist im Original im Spatz Küsnacht erschienen
Küsnacht macht mobil: Seit knapp einer Woche gehört endlich auch unsere Gemeinde zum mybuxi-Land, das sich neuerdings vom Greifensee über den Pfannenstiel bis zum Zürichsee erstreckt. Mittendrin der Bahnhof Forch, der bis anhin am äussersten Rand des Operationsgebietes lag. Nunmehr ist die Forch-Terrasse über dem Stationsgebäude so etwas wie ein Heimathafen für zwei Opel Zafira-Kleinbusse, die Maur und Küsnacht ÖV-technisch verbinden.
In den letzten Tagen mag manch einem auf unseren Strassen das blütenweisse Fahrzeug mit dem blauen Schriftzug aufgefallen sein: «MyBuxi?», wird er – oder sie – sich gefragt haben. «Was soll das denn bedeuten?»
«Ganz einfach», erklärt Kai-Uwe Skeip. «My bedeutet, dass wir für alle da sein wollen; das Bu steht für Bus, die Endung -xi für Taxi – und das Ganze ergänzt den öffentlichen Nahverkehr mit einem Angebot, das die Vorzüge von beiden kombiniert: Wir kommen, wenn man uns ruft – wie ein Taxi. Wir bedienen ein dichtes Netz von Haltestellen – wie ein Bus. Und wir fahren jeden Tag während achtzehn Stunden.»
Skeip ist Präsident des mybuxi-Betriebs-Vereins Region Zürich-Nord, eine von unterdessen neun Regionen in der ganzen Schweiz, die – ähnlich wie der Küsnachterberg – vom öffentlichen Verkehr nur unzureichend erschlossen sind. Die Regionen sind als Vereine organisiert, zu deren Mitgliedern gehören sowohl die freiwilligen Fahrer und Fahrerinnen als auch immer mehr regelmässige Fahrgäste, die «mit der Vereinsmitgliedschaft von reduzierten Fahrpreisen profitieren», sagt Skeip. Mit sechs Franken innerhalb einer Zone – beziehungsweise acht für eine zonenübergreifende Fahrt – sind die mybuxi-Tarife kaum teurer als ein Bus und sehr viel günstiger als das Taxi.
Kostendeckend sind diese Tarife noch nicht. Da MyBuxi ein öffentliches Bedürfnis abdeckt, steuern auch die Gemeinden ihren Teil zu den Unkosten bei – mit Beträgen, die regelmässig neu ausgehandelt werden; «denn als Verein», sagt Skeip, «streben wir natürlich keinen Gewinn an.»
Ein gutes Jahr lang bestand die mybuxi-Region Zürich-Ost lediglich aus einer Gemeinde: Maur. Entsprechend war der Kleinbus, der zwischen Binz, Uessikon, dem Guldenen und dem Bahnhof Forch operierte, zur Einführung der neuen Buslinie 706 auf den Namen «Mauro» getauft worden.
Bald steht eine weitere Taufe ins Haus. Denn Mauro ist nicht mehr allein. «Wir haben vor einer Woche unser zweites Fahrzeug in Betrieb genommen», freut sich Kai-Uwe Skeip. Und nachdem auch die Verhandlungen mit dem Küsnachter Gemeinderat abgeschlossen waren, «konnten wir unser Einsatzgebiet mehr als verdoppeln. Jetzt brauchen wir noch viele freiwillige Fahrer.»
Wie soll er denn nun heissen, der Neue? Oder ist es vielleicht eine sie? «Das», findet Vereinspräsident Skeip, «sollen jene entscheiden, die damit fahren – am Steuer oder als Passagiere. Deshalb schreiben wir einen Wettbewerb aus. Es sollte ein kurzer, eingängiger Name sein – und ein weiblicher: Es wäre doch schön, wenn Mauro eine Schwester bekäme!»
Am Heck der beiden Fahrzeuge prangt ein QR-Code, den man auch auf www.mybuxi.ch finden kann. Damit lässt sich eine App herunterladen, die den Nutzer zu einem Mitglied der wachsenden MyBuxi-Familie macht. Über diese App kann man Fahrten buchen. Wer Vereinsmitglied werden oder sich als freiwilliger Fahrer oder Fahrerin bewerben möchte, findet alle Informationen unter mybuxi.ch/zuerich-ost/ und kann bis Ende Oktober dort an einem Wettbewerb teilnehmen: Wer findet den schönsten Namen für Mauros Schwester?
Bild: Kai-Uwe Skeip
